dorothy
Blaue Blumen

Blaue Blumen
wilde Rosen
Ich hab geglaubt
der Himmel wär
unendlich
Doch Horizonte sind
nun so klein
für mich
Und heut
ist alles
endlich

Blaue Blumen
und wilde Rosen
pflückt man
jetzt
17.4.13 20:23


Verabschiedung

Leider liebte ich
Nur die illusion von dir
Darum sag ich nun
Pass auf
Auf dich
Und finde deinen weg

Tue was immer
Dir hier beliebt
Liebe
Wen du willst
Nimm dir
Was du brauchst
Und geh
Niemand wird dich
Für deine Taten strafen

Du warst nie
Gut zu mir
Doch ich vergebe dir
Denn es war
Trotz allem schön
Und durch dich
Habe ich
Mehr gelernt von mir

Flieg Vogel,
Flieg
Breit deine flügel
Über allen aus
Nur nicht mehr
Über mir
9.4.13 23:59


Die Porzellanvase

Ihre Haut ist dünn
Lachen kann sie nicht
Fasst du sie an,
so zerbricht sie
Lässt du sie fallen,
poltert sie laut
schlau werden kannst du aus ihr nicht
grimmig schauen tut sie sowieso
wäre sie freundlich,
so stünden Blumen in ihr
doch mit schönen Dingen
schmückt sie sich nicht gern

zaubern müsste man können,
dann könnte man sie zart machen
leicht bemalen, hellblau vielleicht,
doch das gefällt ihr nicht
sie zischt dann gern
und fauchen tut sie außerdem.
Vielleicht ist es besser an einem andern Tag
doch heut weiß niemand davon.
Nett sein kann sie nicht,
damit fühlt sie sich schlecht
manchmal bricht sie sich selbst gern
ein Teil aus der Seite heraus.
dann läuft ihr Porzellanblut hinunter
tropft manchmal, doch nicht immer.

Zaubern müsste man können,
vielleicht erholt sie sich dann.
Man könnte sie dann mit Wasser füllen,
ohne einen Tropfen zu vergießen,
wenn sie sich nicht mehr sträubt.
Anfassen kann oft schief gehen,
denn Zähne hat sie, allerdings,
auch wenn man sie nicht sieht.
Wird sie laut und klappert mit ihrem Rand,
so ist es meilenweit zu hörn,
doch der Ton bereitet wenig Freud’.

Vielleicht ist es besser an einem anderen Tag,
doch heut weiß niemand davon


(meiner Schwester Emma gewidmet)
22.12.12 23:16


Vom Sterben und Bestohlen werden

Heute bin ich gestorben
Denn du hast im Gehen
Mein Herz auf deine Schulter genommen
Hingst es dir um den Hals,
schmücktest dich damit

In mir zerbrach etwas,
denn du hast nicht aufgepasst,
wie du es mir nimmst
Du hast es nicht genommen,
als wolltest du es für immer bei dir haben

Du nahmst es mir voller Zuversicht,
mit Lüge und Betrug
Nahmst es mit zu deinem Mädchen,
zeigest es ihr, wie dreckiges Diebesgut
Und lachtest, in ihrem Schoß

Bekommen habe ich dagegen nichts,
nur Tränen, Ungewissheit, keinen Schlaf
Traure meinem Herz hinterher,
gegangen ist’s für ewig
und das auch noch mit dir

Traure genauso gut dir nach
Nächte, die mein Kissen fluten
Und Tage ohne Lachen
Bin so rastlos, denn der Fleck,
wo mein Herz mal war,
ist leer

Und in deiner Brust schlagen zwei,
nun,
die sich traurig meistens entgegensehn’
Zwei Herzen so nah
Und doch zu weit entfernt

Was wir mal waren, einst,
das ist nun nicht mehr
22.12.12 23:11


Wir in der Welt - Ein Sonett

In dieser Sternennacht / dacht’ ich an unsre’ Welt
Dachte an die Menschen / wie’s denen wohl grad’ geht
Jeder Stern ein Gesicht / von unten aus mei’m Zelt
Gesehen hab’ ich nichts / hat der Wind mich verweht

Denke an dein Gesicht / unter tausend Menschen
Ganz unperfekt zu seh’n / wie schön du bist im Licht
Habe Stunden verbracht / zu denken von Wünschen
Bin zum Seh’n gekommen / und schreib’ nun dies’ Gedicht

Wir bräuchten doch nicht viel / nur ein andres Leben
Mit viel weniger Zeug / und weniger Beben
Ganz einfach kann man sein / das wirst du schon noch seh’n

Ich öffne unser Schloss / wir werden freier sein
Wenn wir uns ganz auftun / und nicht nur so zum Schein
Lacht die Sonne wieder / wir glitzern unter ihr
22.12.12 23:10


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